Corona: 9 Management-Leitlinien, um Ihre Organisation gesund zu erhalten

Welche Auswirkungen wird die Covid-19-Pandemie auf unser Leben, unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft haben? Wie können wir antizipieren, was kommen wird? Die Emotionen schlagen hoch und viele Unternehmen sind mit großen Unsicherheiten konfrontiert. Nicht nur wegen des Corona-Virus selbst, sondern ebenso auf Grund der einschneidenden Maßnahmen, die die Regierungen weltweit zur Eindämmung der Pandemie beschlossen haben. Aber was bedeutet das alles für Ihre Organisation?

Corona: 9 Management-Leitlinien, um Ihre Organisation gesund zu erhalten

Corona: 9 Leitlinien für das Management

Es gibt aller Orts offensichtliche Besorgnisse, was die Gesundheit der Mitarbeitenden betrifft und in welchem Maße sich das Virus ausbreitet. Die Managementteams sind mit massiven Herausforderungen für ihr Business konfrontiert. Diese reichen von potenziellen Cashflow-Problemen bis hin zu Bedenken hinsichtlich der Verfügbarkeit von Personal, wenn Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen sind.

Zudem gibt es akute operative Fragen, die geklärt werden müssen, z.B. in Bezug auf das Arbeiten von zu Hause und auf das Ergreifen zusätzlicher Schutzmaßnahmen, um die Sicherheit gefährdeter Mitarbeitender zu gewährleisten. Aus der Perspektive unseres Fachgebiets Mitarbeiterengagement lassen sich aus anderen Krisen neun klare Leitlinien ableiten:  

 


1. Handeln Sie

In Zeiten der Ungewissheit erwarten die Beschäftigten von ihrem Management ausgeprägte Führungsqualitäten. Jeder schaut nun plötzlich auf "den Chef", vor allem in Organisationen, in denen die Entscheidungsfindung normalerweise sehr dezentralisiert ist und in denen die Mitarbeitenden ein hohes Maß an Unabhängigkeit und Autonomie gewöhnt sind. Wenn Sie weiterhin den gleichen hohen Grad an Unabhängigkeit und Autonomie von Ihren Mitarbeitenden erwarten, werden Sie deren Bedürfnissen nicht gerecht. Sie können natürlich bestimmte Aufgaben delegieren, aber jetzt ist es an der Zeit, zu führen!

Die Mitarbeitenden erwarten, dass konkrete Maßnahmen ergriffen werden, auch wenn es eine Kehrseite der Medaille gibt. Wo normalerweise genügend Zeit zur Verfügung stünde, um über die Interessen aller von Ihren Entscheidungen betroffenen Parteien zu beraten, kommt es jetzt auf die Geschwindigkeit an.

 

2. Bleiben Sie ruhig

Eines der schwierigsten Dinge bezüglich der Corona-Krise ist die Unsicherheit darüber, wie lange das Corona-Virus unser Leben beeinflussen wird. Die zentrale Frage lautet: Haben wir es mit einer vorübergehenden Flaute zu tun, auf die eine große Erholung aufgrund einer erhöhten Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte folgen könnte, oder mit dem Beginn einer langanhaltenden Rezession? Nach aktueller Lage scheint es deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Wirtschaftssektoren zu geben.

Bereiten Sie sich auf verschiedene Szenarien vor. Entscheiden Sie, zu welchen Zeitpunkten oder bei welchen Ereignissen Sie welche Entscheidungen treffen wollen. Das Ausmaß der Gesamtauswirkungen von Covid-19 wird sich wahrscheinlich in den kommenden Wochen und Monaten deutlich zeigen.

Behalten Sie immer im Hinterkopf, dass Angst ein schlechter Ratgeber ist. Die Erfahrung aus früheren Krisen zeigt uns, dass Unternehmen, die sich in einem Anflug der Panik für Ad-hoc-Entscheidungen, wie z.B. größere Entlassungen entschieden haben, oft Jahre brauchten, um sich wieder zu erholen.

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3. Beachten Sie den menschlichen Faktor

In fast jedem Land geben (staatliche) Behörden klare Richtlinien vor, wie Sie als Arbeitgeber die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden schützen können und sollten.

Die Mitarbeitenden sind um ihre eigene Gesundheit und die ihrer Angehörigen besorgt. Zusätzlich sorgen sie sich auch um verschiedene betrieblichen Angelegenheiten. So stellen sich für die Mitarbeitenden zahlreiche Fragen:  Kann ich von zu Hause aus arbeiten? Ist eine Betreuung für meine Kinder möglich? Wie kann ich mich währenddessen um meine Eltern kümmern? Vielleicht machen sie sich auch Sorgen, ob ihr Arbeitsplatz auf dem Spiel steht.

Machen Sie Ihren Mitarbeitenden klar, dass Sie sich ihrer Sorgen bewusst sind und ihr Bestes tun werden, um auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Das Ausmaß, in dem dies möglich ist, wird von Organisation zu Organisation unterschiedlich sein.

 

4. Kommunizieren Sie ehrlich

Wenn Sie keine desinfizierende Handseife verkaufen, ist es unwahrscheinlich, dass Ihre Organisation diese Zeit völlig unbeschadet übersteht. Ihre Mitarbeitenden wissen das besser als jeder andere. Seien Sie also offen bezüglich der Situation, ohne in Panik zu geraten.

Machen Sie deutlich, dass die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden, Kunden und Lieferanten jetzt Ihre oberste Priorität hat . Bleiben Sie dabei trotzdem ehrlich hinsichtlich der Auswirkungen, die dies auf Ihr Unternehmen haben kann.

Sagen Sie es offen: "Diese Krise schadet unserer Organisation. Wir gehen davon aus, dass die Gesamtauswirkungen in Szenario A bei X liegen und in Szenario B auf Y steigen können." Oder: "Es kann uns zwei (oder drei oder sechs) Umsatzmonate kosten".

 

5. Klarheit schaffen

Zweifellos werden Ihre Mitarbeitenden die ersten Geschichten von Entlassungen in anderen Organisationen gehört haben und es ist nur menschlich, dass sie sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen.

Es gibt wahrscheinlich viele Menschen in Ihrer Organisation, die in der Probezeit sind oder einen Zeitarbeitsvertrag haben. Verschaffen Sie ihnen Klarheit darüber, nach welchen Kriterien Sie bei der Entlassung von Mitarbeitenden handeln würden. Beurteilen Sie sie nach ihrem Mehrwert für das Unternehmen oder ganz einfach nach ihrer Beschäftigungsdauer?

Wenn Sie nicht klarstellen, wie Sie mit den verschiedenen Anstellungen in den unterschiedlichen möglichen Szenarien umgehen würden, besteht die Möglichkeit, dass sich die Mitarbeitenden mit eher „unsicheren“ Verträgen zurückziehen, wenn Sie das Engagement am aller dringendsten benötigen.

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6. Machen Sie Gründe für Entscheidungen transparent

Sie können darauf hinweisen, dass Sie, um eine nachhaltige Beschäftigung zu gewährleisten, immer Entscheidungen im besten langfristigen Interesse Ihrer Organisation treffen werden. Das kann bedeuten, dass kurzfristig schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen. Machen Sie deutlich, was Ihre Prinzipien sind und wie Sie sie anwenden werden.

Denken Sie daran, dass die Mitarbeitenden in vielen Unternehmen nur wenig über die geschäftliche Seite Ihres Unternehmens wissen. Die meisten Mitarbeitenden sind möglicherweise nicht mit grundlegenden betriebswirtschaftlichen Konzepten wie Umsatz, Kosten, Gewinn oder Cashflow vertraut. Erklären Sie Schritt für Schritt, wie sich die aktuelle Situation auf Ihr Unternehmen auswirkt.

 

7. Kommunizieren Sie häufig

In Zeiten der Ungewissheit haben Ihre Mitarbeitenden einen immensen Informationsbedarf. Sorgen Sie dafür, dass die Geschäftsleitung regelmäßig über die aktuelle Situation informiert.

Wenn die formalen Kommunikationswege ausfallen, wird Klatsch und Tratsch zur Hauptinformationsquelle. Genau das beobachten wir heute in den sozialen Medien. Angeblich "objektive" Botschaften werden verbreitet, die sich später als gefälschte Nachrichten herausstellen, aber immer stärker zu dem in der Gesellschaft vorherrschenden Gefühl der Unsicherheit beitragen.

Ermutigen Sie die Mitarbeitenden also aktiv dazu, alle Fragen zu stellen, die sie vielleicht haben, damit sie sich mit einem soliden Wissen über die Situation mit ihren Bedenken auseinandersetzen können.

 

8. Unterstützen Sie Ihre Führungskräfte

Ihre Führungskräfte stehen jetzt unter hohem Druck. Sie teilen die Sorgen aller anderen Mitarbeitenden, haben aber zusätzlich die Verantwortung, in einer sehr komplexen Situation, die sich jeden Tag oder sogar jede Stunde ändern kann, ein Unternehmen zu führen.

Geben Sie den Führungskräften die Freiheit, schnelle Entscheidungen zu treffen: Überlassen Sie es ihrem Ermessen, den Mitarbeitenden persönliche finanzielle Nothilfe anzubieten und führen Sie allgemeine Regeln ein, die es den Führungskräften ermöglichen, außerhalb der regulären Prozesse und Verfahren schnell Entscheidungen zu treffen.

Es hilft außerdem, wenn eine Reihe von Richtlinien zentral vorgegeben werden, wie z.B. "Sicherheit steht immer an erster Stelle" und "Wir machen uns keine Sorgen um die Arbeitszeiten".

 

9. Mit Integrität und Authentizität handeln

"Der wahre Freund zeigt sich erst in der Not" sagt ein Sprichwort. Ihre Organisation wird ihr wahres Gesicht zeigen, je nachdem wie Sie in dieser schwierigen Zeit handeln.

Kümmert sich Ihre Organisation um die Gesundheit und die persönliche Situation ihrer Mitarbeitenden und will sie dazu beitragen, die weitere Verbreitung des Virus zu verhindern? Oder stellt sie ausschließlich den Unternehmensgewinn in den Vordergrund?

Es steht uns nicht zu, hierüber zu urteilen. Ihre Mitarbeitenden aber werden sich noch viele Jahre genau daran erinnern, wie Sie in dieser schwierigen Situation gehandelt haben.

Das Miteinander ist wichtig, besonders in Zeiten der Unsicherheit.

Informieren Sie Ihre Mitarbeitenden so gut wie möglich, hören Sie ihnen zu und nutzen Sie ihre Ideen. Beziehen Sie sie ein in das, was Ihr Management zu tun hat.

Kommunikation und Mitarbeiter-Feedback sind entscheidend. Halten Sie also gerade jetzt alle Leitungen zu Ihren Mitarbeitenden offen!

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