Warum Psychische Gefährdungsbeurteilung wichtig für Ihr Unternehmen ist

Psychische Gefährdungsbeurteilung klingt erstmal nach einem neuen Zungenbrecher. Tatsächlich handelt es sich aber um ein Instrument des Arbeitsschutzes. Aber wie misst man, was in der Psyche der Mitarbeiter vorgeht und welche Faktoren sollten beachtet werden?

Psychische Gefährdungsbeurteilung

Psychische Gesundheitsbeurteilung: die Prophylaxe für die Psyche Ihrer Mitarbeiter

Was wird bei der psychischen Gefährdungsbeurteilung eigentlich gemessen? Was ist psychische Gesundheit und was ist Belastung? So einfach wie mit einer Erkältung ist es eben nicht. Es gibt weder Halskratzen noch Schnupfen, die auf eine psychische Belastung hindeuten würden. Vielmehr kann man Veränderungen im Verhalten der Betroffenen entdecken oder erleben, wie sich das eigene Empfinden verändert. Halten diese Veränderungen länger an, sind das Anzeichen für eine psychische Belastung. Infolge dessen kann auch das Selbstwertgefühl sinken, es fällt dann schwerer, schöne Momente zu genießen, und es fehlen Motivation und Leistungsbereitschaft. Nicht nur im Arbeitsalltag, sondern auch in den eigenen vier Wänden.

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Wir sprechen hierbei allerdings von Belastung jenseits normaler fordernder Tätigkeiten im Joballtag. Ein normaler Grad der Belastung kann durchaus eine positive Wirkung entfalten - je nach sozialem Kontext und individuellen Bewältigungsstrategien. Manche Personen müssen einen gewissen Druck spüren, um gute Ergebnisse zu erzielen. Dann besteht zwar auch eine psychische Belastung, diese muss aber keine negativen Folgen mit sich bringen. Dennoch steht der Arbeitgeber in der Verpflichtung zu überprüfen, ob Gefährdungen bestehen.

Viele Unternehmen glauben, es wäre genug, ihren Mitarbeitern einfach ein paar Seminare zur Achtsamkeit an die Hand zu geben. Allerdings verlagern sie das Problem damit in die persönliche Verantwortung der Mitarbeiter. Wenn die Arbeit oder das Arbeitsumfeld an sich der Auslöser für die Belastung sind, ist Achtsamkeit allein nicht die Lösung. Wenn Sie wirklich wissen wollen, wie es um die Belastungsgefährdung Ihrer Mitarbeiter steht, kann deshalb die psychische Gefährdungsbeurteilung helfen. Psychische Gefährdungsbeurteilung ist ein zentrales präventives Instrument des Arbeitsschutzes und kann helfen, Belastungen, die mehrheitlich zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen sowie Motivation und Leistungsfähigkeit reduzieren, vorbeugend zu identifizieren. Eine psychische Gefährdungsbeurteilung kann sich deshalb auch positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken.

Merkmale einer psychischen Gefährdungsbeurteilung

Keine Angst, sie müssen nicht in die Privatsphäre Ihrer Mitarbeiter eindringen. Hier geht es lediglich um das Arbeitsumfeld. Naheliegend sind da zunächst einmal Arbeitszeiten oder Arbeitsabläufe. Wenn die nicht stimmen, stehen Mitarbeiter ständig unter Strom. Dazu zählen auch der Handlungsspielraum, Variabilität der Aufgaben und die Qualifikation der Person für eben diese. Aber auch der Arbeitsinhalt bietet Möglichkeiten für psychische Belastungen. Neben diesen Bereichen zählt die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) auch soziale Beziehungen zu Kollegen sowie zu Vorgesetzten und das Arbeitsumfeld im Rahmen von Arbeitsplatzgestaltung und Arbeitsmitteln. Auch neue, unbekannte Arbeitsformen zählt das GDA zu den wesentlichen psychischen Belastungsfaktoren. 

 

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Vorgehen bei einer psychischen Gefährdungsbeurteilung

 

Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) hat 2015 den allgemeinen Prozess der Gefährdungsbeurteilung, und damit auch der psychischen, festgelegt. Die sieben Schritte, die dabei durchlaufen werden, lassen sich in drei Phasen unterteilen. Zunächst werden in der Planungsphase Tätigkeiten und Arbeitsbereiche festgelegt. In der Analysephase wird dann die psychische Belastung ermittelt und beurteilt. Die nächsten drei Schritte zählen dann zur Phase der Maßnahmen. Diese werden nach Implementierung auch auf ihre Wirksamkeit überprüft. Dieser Kreislauf schließt sich durch regelmäßige Gefährdungsbeurteilung.

Aber auch wenn man weiß, was man messen soll, fällt die Übersetzung der theoretischen Konstrukte in die praktische Umsetzung sehr schwer. Psychische Krankheiten sind ein heikles Thema und oftmals tabuisiert, was die Hemmschwelle darüber zu reden noch erhöht. In der Praxis haben sich daher zwei Verfahren für die psychische Gesundheitsbeurteilung durchgesetzt. Beim einstufigen Verfahren kommen meist flächendeckende Analyseworkshops oder ähnliche Werkzeuge zum Einsatz. In einer Einmalerhebung werden die Mitarbeiter befragt und darauf aufbauend Handlungsempfehlungen entwickelt. Beim zweistufigen Verfahren werden zunächst Beobachtungen oder eine standardisierte Erhebung durchgeführt. Erst danach werden anhand der Befunde gezielte Interviews geführt und Maßnahmen erarbeitet. Die Arbeitnehmervertretung hat in dem Prozess ein Mitbestimmungsrecht. 


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